Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.

Jahreskonzert

 

Bericht ST

Donnerstag, Oktober 24, 2019

Perlen der Musikgeschichte

Wenn die CHORGEMEINSCHAFT Katzwang ruft, füllt sich der Schwabacher Markgrafensaal. Auch diesmal blieb kein Platz unbesetzt.

VON ROLAND H. R. GÖSSNITZER SCHWABACH. Mit der traditionellen „Hymne" der Chorgemeinschaft Katzwang aus der Feder ihres Chorleiters Bernhard Oppel eröffnete die Chorgemeinschaft schwungvoll ihr traditionelles Konzert unter dem Motto „Liederperlen" im ausverkauften Markgrafensaal.

Als Instrumentalgruppe hatte man sich zu diesem Konzert das Bernstein Orchester eingeladen. Die fünf Damen erwiesen sich als sehr gutes Begleitensemble, als sie zunächst zusammen mit dem Grandseigneur der regionalen Musikszene Mike Steinl musizierten. Dazu schlüpfte Steinl mit Frack und Zylinder in die Rolle von Jopie Heesters und seiner Rolle des Grafen Danilo aus Lehárs „Lustiger Witwe".

Wie gewohnt moderierte Steinl charmant und informativ das Konzert. Nachdem das Ensemb le instrumental mit feinem, dynamischen Geigenklang Josif Ivanovicis Ohrwurm „Donauwellenwalzer" gespielt hatte, folgte Lokalmatadorin Petra Piccu mit klarem Sopran und deutlicher Stimme mit Lehars „Vilja Lied" aus der Lustigen Witwe, begleitet von Bernhard Oppel am E-Piano, der auch die Gesamtleitung inne hatte.

Mit Oppel als Chorleiter folgte der berühmte „Ungarische Tanz Nr. 6" von Johannes Brahms. Eines der Highlights des ersten Programmteils war mit Geigen-Instrumentalbegleitung Mike Steinls brillantes Solo „Ich bin nur ein armer Wandergesell".

Die Chorgemeinschaft mit Petra Piccu als Dirigentin und Solistin ließ anschließend emotional Charlie Chaplins „Eine Melodie bringt Freud und Leid" folgen, bevor Piccu sich als Solistin mit „O mio Babino Caro" in die Herzen des Publikums sang. Die Pause läutete der Chor mit prächtigem Klang der weltberühmten „Barkarole" von Jaques Offenbach ein.

Rhythmisch, südamerikanisch ging’s mit dem Bernstein Orchester und „La Cumparsita" in den zweiten Programmteil, den Mike Steinl – studierter Opernsänger und 12 Jahre in Melbourne an den dortigen Bühnen singend – mit Semino Rossis Schmachtfetzen „ Rot, rot, rot sind die Rosen" begann. Ein genialer Schachzug, mit eingeblendetem Text das Publikum mitsingen zu lassen.

Als Reminiszenz an ihren früheren Chorleiter Rudolf Löw sang die Chorgemeinschaft viele Chorsätze aus seiner Feder. Auch Jahre nach seinem Tod spürt man in seinen Arrangements die außergewöhnliche Schaffenskraft und die Ausstrahlung seiner Chorsätze. Jetzt sprang der Funken endgültig auf das Publikum über. Eine gut aufgelegte Chorgemeinschaft, Petra Piccu als schwungv olle, mitreißende Dirigentin, eine kongeniale rhythmisch akzentuierte Begleitung von Bernhard Oppel (Studium als Pianist und Musiklehrer am Nürnberger Meistersinger Konservatorium, Chorleiter, Komponist und Arrangeur), Mike Steinl, der spontan einzelne Klassiker mitsingt, und eine brillante Petra Piccu (Sopranistin, Mittelschullehrerin und Fachberaterin für Musik für diese Schulart am Schulamt Roth-Schwabach) sowie ein sangesfreudiges Publikum waren der Garant für das Medley-Highlight des zweiten Programmteils bei den Titeln „Aber dich gibt’s nur einmal für mich", „Butterfly", „Du bist nicht allein", „Barkarole in der Nacht", „Der Junge mit der Mundharmonika" und „Weiße Rosen aus Athen".

Als wäre sie noch live dabei

Gekonnt verpackt in vielen kleinen instrumentalen Nuancen und einer herausragenden Pianistin, „zelebrierte " das Bernsteinorchester die Filmmusik aus „Miss Marple" flott und so überzeugend, dass man mit geschlossenen Augen die schrullige Miss Marple alias Margret Rutherford auf der Bühne des Markgrafensaal glaubte.

Mit einem bunten Potpourrie aus „My Fair Lady" und allen Künstlern des Nachmittags endete ein sehr schönes, traditionelles Chorkonzert. Besonders beeindruckend war die Zugabe, als Chorleiter Bernhard Oppel mit seiner Chorgemeinschaft auf seinen eigenen Wunsch hin „Und von fern hör ich die Abendglocken" emotional interpretierte.

 

Mike Steinl führte nicht nur charmant und informativ durch das Programm. Zwischendurch gab er auch den „Jopie" Heesters und schmetterte „Dann geh’ ich ins Maxim" aus Lehars „Lustiger Witwe". Foto: Roland H. R. Gössnitzer